Vertikale Bewegungen

Statt den Umweg über Scharnierachsen zu nehmen, die in natürlichen Bewegungen nicht vorkommen, werden die Modelle für einen okklusalen Auftreffwinkel zur Artikulatorachse orientiert, sei es mittelwertig oder individuell am Patienten ermittelt.

Referenzebene

Als Referenz dient die Okklusalebene zu der die Richtungen der Bewegungen im Patienten mit denen im Artikulator kontrollierbar gleichgeschaltet werden können. Ist die bestehende Okklusalebene gestört, so wird sie nur soweit korrigiert, wie für diese Gleichschaltung nötig.

Mitte

Als Maß für die Mitte dient die Gaumennaht. Im Bereich des Gaumendaches entspricht sie der Schädelmitte. Ist die obere Schneidezahnmitte dento-alveoär verschoben, so steht sie im Artikulator in identischer Weise verschoben. 

Artikulatormitte = Schädelmitte! 

Artikulatorprogrammierung

Zur Programmierung der  Vertikalbewegungen wird das obere Modell in einem größeren Abstand zur Achse  im Artikulatoreingestellt als üblich. So wird dort ein breiterer okklusaler Kompass dargestellt, okklusale Störungen bei der Latero- und Mediotrusion werden reduziert.

Die HIP-Ebene

In den 60er Jahren studierte der amerikanische Zahnarzt Dr. Cooperman Hunderte von menschlichen Schädeln mit Abrasionsgebissen. Er fand, dass Zähne sich in einer bestimmten Ausrichtung zum Schädel abnutzen, die er zunächst „Attritionsebene“ nannte. Später bürgerte sich der Begriff „HIP-Ebene“ ein, als Abkürzung für die Bezugspunkte an lebenden Menschen, zu denen diese Ebene in der Regel parallel verläuft, nämlich die Einziehungen hinter den maxillären Tubern, die er „Hamuli“ nannte und die inzisale Papille. In der Regel verläuft diese Ebene parallel zur Okklusalebene von gesunden Gebissen, sodass sich hier eine einfache Möglichkeit zur Ausrichtung von Modellen mit gestörter Okklusionsebene im Artikulator bietet, für die man nichts anderes benötigt, als Abformungen, welche diese drei Bezugspunkte korrekt abbilden.

Zur Verwendung dieser Bezugsebene in handelsüblichen Artikulatoren wurde der HIP-Mount in den 90er Jahren ursprünglich entwickelt. Der HIP-Analyzer ist durchsichtig und ermöglicht dank seiner doppelten Skala die schnelle visuelle Modellvermessung ohne Paralaxfehler auch für kieferorthopädische Zwecke, die auch eine mittige Ausrichtung der Gaumennaht sicherstellt. Der neue HIP-Montage Aufsatz der Serie 9 ist in edlem Schwarz gehalten und flacher ausgeführt, was weniger Höhenverstellung beim Einsatz unterschiedlicher Übertragungsarten erforderlich macht. Dazu gehört auch die Erstellung eines Montageregistrats am Patienten mit Respekt zu bevorzugten Schädelebenen.

Der HIP-Mount

Der HIP-Mount ist ein Präzisions-Positionierungsgerät für die Einstellung des oberen Modells im Artikulator. Für seine Befestigung im Artikulatorunterteil sind Magnet- und Schraubaufnahmen für diverse Artikulatoren erhältlich. Die mögliche vertikale Zuordnung zur Artikulatorachse wird lediglich durch die Bauhöhe des Artikulatoroberteils begrenzt, sodass in Geräten mit flachem Oberteil die Programmierung von habituellen okklusalen Auftreffwinkeln u. U. nicht ganz erreicht werden kann. 

Abnehmbare Führungsleisten auf dem Montagetisch stellen die mittige Position der erhältlichen Aufsätze im Artikulator sicher, darunter der HIP-Montageaufsatz, der HIP-Analyzer zur Modellvermessung, der Übertragungsplatte, sowie der Kalotte. Gleichzeitig ermöglichen diese Führungsleisten die kontrollierte Veränderung der Modellorientierung zur Artikulatorachse in der Sagittalen, sodass im Endeffekt alle sechs Freiheitsgrade der Modellorientierung kontrolliert werden können.

Die neue Serie 9 des HIP-Mounts baut auf den seit Jahrzehnten bewährten Konzepten auf, integriert jedoch einige Neuerungen:

Der Montagetisch des HIP-Mount Serie 9 hat die gleichen Dimensionen wie frühere HIP-Mount Serien, sodass bereits vorhandene Aufsätze problemlos weiterverwendet werden können.

Eines hat sich jedoch nicht verändert: Der HIP-Mount wird in solider Qualitätsarbeit aus langlebigen Materialien von mittelständigen Traditionsbetrieben hier in Deutschland gefertigt. Das spürt man, sobald man ihn in die Hand nimmt!

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